Aloysia kann nicht schlafen

In den Ästen des Märchenbaums wohnt die Gute-Nacht-Eule und wacht über die Märchenwelt. Sie lauscht dem Wind, der im Baum spielt wie auf einer Harfe. Der Mond taucht alles in sein silbergraues Licht. Plötzlich kratzt etwas an der Wurzelrinde und einige Zweige wackeln. Höher und höher kommt es gewackelt – da klettert jemand den Baum hinauf! 

Die Eule sitzt reglos und wartet. Ein Sternchen schimmert im Geäst. «Aloysia Zitronenkuchen, was machst du denn um diese Zeit hier?» fragt die Gute-Nacht-Eule. Die Fee Aloysia hält ihren Feenstab mit dem Stern auf der Spitze fest umklammert und ist ganz außer Atem. «Immer sitzt du so weit oben», beschwert sie sich. «Hier ist es eben am schönsten», sagt die Eule. «Aber wieso liegst du nicht in deinem Himmelbett und schläfst?» «Ich trau mich nicht in mein Bett, denn darunter wohnt ein Monster! Es knarzt und brummt die ganze Zeit.» «Steig auf meinen Rücken, Aloysia», sagt die Gute-Nacht-Eule, «dann fliegen wir zu dir und schauen nach.» 

Aloysia schmiegt sich in das weiche Gefieder der Eule. Wie schön ist es, auf ihrem Rücken lautlos durch die Nacht zu segeln. Im Haus der Fee ist alles still, doch unter Aloysias Bett knarzt und brummt es tatsächlich. Die Eule guckt mit ihren Nachtaugen ganz genau hin, und dort schnarcht doch tatsächlich die mohnkrümelwinzige Spinne Annabell in ihrer Hängematte so laut als wäre sie ein Bär.